Valdinievole
Das reich
gegliederte Gebiet der Provinz Pistoia zeichnet sich durch eine besondere
Landschaft, die des Valdinievole, aus, die im Inneren eines ausgewogenen Ambiente
herausragende Akzente aufweist. Das Valdinievole unterteilt sich in drei Hauptgebiete,
eine Bergregion mit Gipfeln bis zu 1.100 m, eine Hügelzone und ein Feuchtgebiet.
Das letztere, mit seinen Tümpeln und Nebelschwaden mag den Landnamen‚
Valdinievole 'geprägt haben, d.i. das "Tal der Nebel". Die
Ebene, die durch die häufigen Überschwemmungen des Sumpfes ungesund
war, bot keinen guten Raum für Besiedelung; diese entstand folglich auf
den Anhöhen, die im Norden, Osten und Westen das Gebiet umschließen.
So wuchsen die Berg- und Hügeldörfer von Pontito, Vellano, Buggiano,
Uzzano, Massa, Cozzile, Marliana, Montecatini, Monsummano, Serravalle, Larciano,
usw. heran, als sicherer Zufluchtsort der Bevölkerung. Noch heute kann
man die Spuren der Umfriedungen verfolgen, anhand einer Reihe von Befestigungen
im Berggebiet, die untereinander in Verbindung zur Verteidigung des ganzen
Geländes standen. Die ersten Bonifizierungen des Sumpfgebiets, die damit
auch die Besiedelung des Valdinievole veränderten, geschahen im 16. Jh.
im Auftrag der Herrscherfamilie Medici, die damit Bauernland gewinnen wollten.
In verschiedenen Abschnitten gingen die Arbeiten voran bis zur Mitte des 18.
Jh.s, als dann die Nachfolger der Medici, die habsburg-lothringischen Großherzöge
erweiterte Bonifizierungen anstrengten, um das gesamte Gebiet zu sanieren
und großherzögliche Landgüter zu veräußern. Damit
wandelte sich radikaldas gesamte Gesicht des Valdinievole. Das große
Wasserbecken, das eine wichtige Erwerbsquelle und bedeutende Verbindung zum
Meer darstellte, wurde erheblich eingeschränkt und damit die Voraussetzungen
für die heutige Situation geschaffen.
Der Wasserreichtum des Gebiets ist darüber hinaus mit Thermalquellen
verknüpft, deren therapeutische Wirkung schon seit der Antike bekannt
war. Kurorte wie Monsummano und Montecatini, die Mitte des 18. Jh.s unter
dem Großherzog Peter Leopold von Habsburg-Lothringen ihre Kureinrichtungen
erhielten, leben vom wissenden Umgang mit diesen Heilquellen .